{"id":476,"date":"2019-04-19T21:13:51","date_gmt":"2019-04-19T19:13:51","guid":{"rendered":"http:\/\/test.cogito-institut.eu\/?page_id=476"},"modified":"2019-05-02T10:18:45","modified_gmt":"2019-05-02T08:18:45","slug":"ver-di-projekt-entlastung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/cogito-institut.de\/?page_id=476","title":{"rendered":"ver.di-Projekt Entlastung"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/cogito-institut.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/verdi-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-409\" width=\"93\" height=\"93\" srcset=\"https:\/\/cogito-institut.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/verdi-2.png 200w, https:\/\/cogito-institut.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/verdi-2-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 93px) 100vw, 93px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>COGITO-Denkwerkst\u00e4tten: &#8218;Entlastung unter Bedingungen indirekter Steuerung&#8216; des ver.di-Fachbereichs Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen und COGITO<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine\nBetriebsr\u00e4tin einer Klinik schreibt uns: <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir wundern uns, dass fast alle Besch\u00e4ftigten st\u00e4ndig einspringen, dass ihnen die t\u00e4gliche H\u00f6chstarbeitszeit egal ist. Gleichzeitig k\u00f6nnen sie nicht mehr, haben resigniert. Wenn der Betriebsrat sie \u00fcber ihre Rechte aufkl\u00e4rt und ihnen ein Strau\u00df an M\u00f6glichkeiten des &#8218;Widerstands&#8216; mit Unterst\u00fctzung des Betriebsrats anbietet, greifen es die meisten nicht auf.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>Solche Ph\u00e4nomene sind heutzutage weit verbreitet:\nKolleginnen und Kollegen ignorieren ihre eigenen Interessen und\nverzichten von sich aus auf die Wahrnehmung\nihrer Rechte. Sie riskieren sogar\n\u201afreiwillig\u2018 ihre eigene Gesundheit. <\/p>\n\n\n\n<p>Der herk\u00f6mmliche Arbeits- und Gesundheitsschutz greift hier nicht. Er ist an der F\u00fcrsorgepflicht der Arbeitgeber ausgerichtet, um die Besch\u00e4ftigten vor gesundheitsgef\u00e4hrdenden Arbeitsbedingungen zu sch\u00fctzen. Aufgabe der Betriebsr\u00e4te, Personalr\u00e4te und Mitarbeitervertretungen ist es, \u00fcber die Einhaltung von Regelungen zu Gunsten der Arbeitnehmer*innen zu wachen. Wenn die Kolleginnen und Kollegen selber diese Regelungen unterlaufen, geraten sie in einen Konflikt mit denjenigen, die sie eigentlich sch\u00fctzen wollen. Die Arbeit der betrieblichen Interessenvertretungen wird in Frage gestellt. <\/p>\n\n\n\n<p>Was\nsteckt dahinter? <\/p>\n\n\n\n<p>Das COGITO-Institut hat solche Ver\u00e4nderungen in Industrie und Dienstleistungsunternehmen untersucht und eine \u201aTheorie der indirekten Steuerung\u2018 entwickelt, die erkl\u00e4rt, was sich hier \u00e4ndert. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Kern geht es um die Einf\u00fchrung eines neuen Organisations- und Steuerungsprinzips durch die Arbeitgeber. Dabei soll die Leistungsdynamik von Selbst\u00e4ndigen bei abh\u00e4ngig besch\u00e4ftigten Arbeitnehmer*innen hervorgerufen werden. Die Besch\u00e4ftigten finden sich in einer Situation wieder, in der sie neben fachlichen Themen und Problemen nun auch noch betriebswirtschaftliche Kennzahlen im Auge haben sollen. <\/p>\n\n\n\n<p>Wo fr\u00fcher\nmit Disziplinierung und Motivierung gearbeitet wurde, regieren heute unternehmerischer Erfolg\nbzw. Misserfolg. In der Folge nehmen Besch\u00e4ftigte oft keine R\u00fccksicht mehr auf\nihre eigenen Interessen \u2013 aber nicht,\nweil sie diese\nnicht kennen, sondern weil es ein\nschleichender Prozess ist und sie sich anders\nnicht zu helfen wissen. <\/p>\n\n\n\n<p>Dabei\nsind die Ver\u00e4nderungen durchaus ambivalent. Es ist ja gut und richtig, wenn das alte \u201eKommando-System\u201c\nabgel\u00f6st wird und Organisationsformen\nEinzug halten, die auf mehr Selbst\u00e4ndigkeit\nder Besch\u00e4ftigten setzen. Aber solange wir nicht wissen, wie diese Entwicklung auch zum Vorteil und im Interesse der Arbeitnehmer*innen genutzt werden\nkann, kann sich auch durch eine im Prinzip\nrichtige Entwicklung die Lage der Besch\u00e4ftigten\ndramatisch verschlechtern. <\/p>\n\n\n\n<p>An dieser\nStelle setzt unser Modell-Projekt an. Zusammen mit dem COGITO-Institut betritt der\nFachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen Neuland. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir laden\n20 ver.di-Mitglieder mit Leitungsfunktionen (Stationsleitungen\/Wohnbereichsleitungen) aus Kliniken\nund Pflegeeinrichtungen ein, zusammen mit den Wissenschaftler*innen vom COGITO-Institut\nVorschl\u00e4ge f\u00fcr Ma\u00dfnahmen zu entwickeln, die auf die beschriebene Situation antworten. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir wenden uns im ersten\nSchritt an F\u00fchrungskr\u00e4fte, weil sie die Problematik\nvon beiden Seiten kennen. Einerseits m\u00fcssen sie selber Prozesse\nindirekt steuern, andererseits werden sie selbst indirekt\ngesteuert, n\u00e4mlich an ihrem Beitrag\nzum unternehmerischen Erfolg gemessen.\n<\/p>\n\n\n\n<p>Die COGITO-Denkwerkst\u00e4tten wollen zun\u00e4chst die Teilnehmer*innen mit der Theorie\nder indirekten Steuerung und dem Konzept\nder interessierten Selbstgef\u00e4hrdung bekannt machen und erkunden, wieweit die Teilnehmer*innen diese Denkanst\u00f6\u00dfe\nzur Analyse ihres Arbeitsalltags nutzen k\u00f6nnen. Auf diesem\nHintergrund sollen dann die\nErfahrungen und Einsch\u00e4tzungen der Teilnehmer*innen\nselbst als Fundament f\u00fcr die Entwicklung von Ideen und Konzepten zur Entlastung genutzt werden. Ziel des geplanten Modell-Projekts ist die Entwicklung von gewerkschaftspolitischen Strategien und Interventionsformen, die auch dort greifen, wo die Besch\u00e4ftigten selbst zum unmittelbaren Subjekt\nder Gef\u00e4hrdung ihrer eigenen Gesundheit werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es werden\ndrei Denkwerkst\u00e4tten mit jeweils zwei\nTagen durchgef\u00fchrt. Die Teilnehmenden verpflichten sich, am gesamten\nProjekt teilzunehmen. Am zweiten Tag der dritten\nDenkwerkstatt werden die Ideen und Konzepte\nmit einem Kreis aus Mitgliedern des Bundesfachbereichsvorstandes, Landesfachbereichsleiter*innen und Bereichsleiter*innen des Bundesfachbereiches\npr\u00e4sentiert und beraten. <\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen den Denkwerkst\u00e4tten findet eine enge Begleitung der Denk- und Gestaltungsprozesse der Teilnehmer*innen durch COGITO statt. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nfreuen uns auf dieses\nau\u00dferordentliche Projekt und sind gespannt auf die Erkenntnisse. <\/p>\n\n\n\n<p>Mit\nkollegialen Gr\u00fc\u00dfen <\/p>\n\n\n\n<p>Sylvia B\u00fchler<br>ver.di-Bundesvorstand &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;   &nbsp;    &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Klaus Peters <br>Vorstand des COGITO-Institutes <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>COGITO-Denkwerkst\u00e4tten: &#8218;Entlastung unter Bedingungen indirekter Steuerung&#8216; des ver.di-Fachbereichs Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen und COGITO Eine Betriebsr\u00e4tin einer Klinik schreibt uns: \u201eWir wundern uns, dass fast alle Besch\u00e4ftigten st\u00e4ndig einspringen, dass ihnen die t\u00e4gliche H\u00f6chstarbeitszeit egal ist. 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